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WASSERANDACHTEN und GOTTESDIENST


Sonntag, 19. Juli 2015 im Centro Evangelico Magliaso TI
Jakob Vetsch, Pfarrer Sihlcity-Kirche Zürich


Grusswort:
Im Namen Gottes, der da ist Vater, Sohn und Heiliger Geist, Amen.
"Jesus Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht mehr Hunger haben, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben." (Joh. 6,35)

Lied 570,1-5 ("Lobet den Herren, alle die ihn ehren")

Gebet zur Sammlung:
Gott, du Quelle des Lebens
du Atem unserer Sehnsucht
du Urgrund allen Seins
sei in uns
mit dem Licht deiner Gegenwart
das unsere Fragen durchglüht
und unseren Ängsten standhält.
Sei in uns
damit wir mit zärtlichen Händen
und einem hörenden Herzen
mit offenen Augen
und mutigen Schritten
dem Frieden den Weg bereiten
in uns selbst
durch all unseren Schmerz hindurch,
unser Erinnern und Sehnen,
lass uns Trost finden bei dir. Amen.
(Quelle unbekannt)

Lesung: Aus Psalm 36
Herr, bis in den Himmel reicht deine Güte,
bis zu den Wolken deine Treue.
Menschen und Tieren hilfst du, Herr.
Wie kostbar ist deine Güte.
Götter und Menschen
suchen Zuflucht im Schatten deiner Flügel.
Sie laben sich am Überfluss deines Hauses,
und am Strom deiner Wonnen tränkst du sie.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
in deinem Licht schauen wir das Licht.
Erhalte deine Güte denen, die dich kennen,
und deine Gerechtigkeit denen, die aufrichtigen Herzens sind.

Lied 530,1-6 ("Himmel, Erde, Luft und Meer")

PREDIGT: WASSER DES LEBENS


Als Gott das Wasser erschuf, war es eines seiner fröhlichsten Geschöpfe. Es floss singend von den Bergen, und selbst im Tal plätscherte es noch vergnügt vor sich hin. So oft es die Erde berührte, blühten Gräser und Blumen auf. Tiere kamen zum Wasser und Menschen. Die sagten alle: "Wie schön du bist. Wie gut, dass es dich gibt." Das freute das Wasser. Es rauschte noch lauter, und wenn es besonders gute Laune hatte, sprang es weit in die Höhe, so dass ein feiner Nebel entstand. Der leuchtete in der Sonne in allen Farben.
So wurde das Wasser fast ein bisschen eitel. "Seht mich an!", rief es. Zuzeiten wurde es sogar so übermütig, dass es über die Ufer trat und wild durch das Land floss. Eines Tages sah es dabei zurück und erschrak. Die Wiesen und Äcker waren überschwemmt. Tiere kämpften um ihr Leben. Pflanzen waren abgerissen und trieben ohne Wurzeln dahin. "Nein!", schrie das Wasser auf. "Das habe ich nicht gewollt. Ich bin doch da, um Leben zu geben, und nicht, um es zu zerstören."
"Alles hat zwei Seiten", sagte der Rabe, der gerade über eine versumpfte Wiese flog und sich auf. "Alles hat zwei Seiten. Nichts im Leben ist nur gut. Finde dich damit ab. Im übrigen hat auch deine Wildheit ihre nützliche Seite. So kannst du Schmutz mitnehmen und alte, leblose Dinge unter dir begraben." Der Rabe galt als besonders weise.
Das Wasser war von seiner Antwort trotzdem nicht befriedigt. Es wurde immer trauriger und wollte schon aufhören zu fliessen. An einigen Stellen war es bereits ganz grün und faulig geworden. Vielleicht wäre es gestorben, wenn nicht Gott selbst zum Wasser gesagt hätte: "Sei nicht so verzweifelt. Ich will etwas ganz Besonderes aus dir machen. Du sollst zum Zeichen der Taufe werden. Da sind deine beiden Seiten wichtig. Du sollst von der Freude reden, die es macht, zu mir zu gehören. Du sollst aber auch davon erzählen, dass im Leben der Menschen Altes und Schlechtes zurückbleiben und wie weggeschwemmt sein kann."
Da fing das Wasser wieder an zu strömen. Manches mal dachte es über alles nach, was es erlebt hatte, und wurde dunkel und tief. Dann aber tanzte es wieder und sang. In unsere Sprache übersetzt sagte es dabei: "Danke Gott, denn es ist schön, dass du da bist. Das Schönste aber ist, dass du das Leben willst."
Karl-Heinz Ronecker

Die Kinder begeben sich in Begleitung zum Fühlen des Wassers zum Brunnen beim Eingang des Centro. Dazu erhalten sie aus Papier gebastelte Schiffchen.

Wasser_Schiffchen_Magliaso.jpg

Foto: Stana Vetsch


Einige Gedanken zum "Wasser des Lebens"

Gebet: Unser Vater

Lied 235,1-6 ("Nun danket all und bringet Ehr")

Mitteilungen

Lied 349,1-3 ("Segne und behüte uns nach deiner Güte")

Segen:
Möge das Wasser, 
das du trinkst, 

dich daran erinnern, 
dass auch deine Seele dürstet. 

Gott sei deine Quelle 
und erquicke deine Seele

mit Freude und Liebe 
bis zum Überlaufen. 

So sei gesegnet 
im Herrn. – Amen.
(von 

Unbekannt)



Tagesandacht Montag, 20. Juli 2015

Eingang: "Am letzten Tag des Festes stand Jesus da und rief: Wenn jemand Durst hat, komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fliessen." (Joh. 7,37-38)

Lied 557,1-6 ("All Morgen ist ganz frisch und neu")

Die Stillung des Seesturms

Es geschah an einem Tag, dass Jesus mit seinen Jüngern in ein Boot stieg und zu ihnen sagte: "Lasst uns ans andere Ufer des Sees fahren." Und sie stiessen ab. Während der Fahrt aber schlief er ein. Da fuhr ein Sturmwind auf den See herab, das Boot füllte sich mit Wasser, und sie gerieten in Gefahr. Da traten sie zu ihm, weckten ihn und sagten: "Meister, Meister, wir gehen unter!" Er aber stand auf, schrie den Wind an und die Wogen des Wassers. Und sie legten sich, und es trat eine Windstille ein. Da sagte er zu ihnen: "Wo ist euer Glaube?" Sie aber fürchteten sich und sagten staunend zueinander: "Wer ist denn dieser, dass er selbst dem Wind und dem Wasser gebietet, und sie gehorchen ihm?" (Lukas 8,22-25)
Inmitten drohender Gefahr schläft da einer und fühlt sich sicher und geborgen: Jesus. Das Bild strahlt Urvertrauen aus, Urvertrauen in das Leben und in Gott. Für die verängstigten Jünger ist der Schlafende aber eine Zumutung. Sie rufen um Hilfe und rütteln ihn wach. Jesus beruhigt den Sturm, die See und die Angst. Wie oft muss ich das erlebt haben, dass jemand mich in meiner Angst beruhigt, um auch in schwierigen Momenten vertrauen zu können?

Lied 346,1-4 ("Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott")

Segen:
"Ich bin dessen gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Kräfte, weder Hohes noch Tiefes, noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes." Amen. (Paulus, Röm. 8,35ff.)



Tagesandacht Dienstag, 21. Juli 2015

Eingang:
"Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen.
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Der all deine Schuld vergibt
und alle deine Krankheiten heilt,
der dein Leben aus der Grube erlöst,
der dich krönt mit Gnade und Erbarmen,
der dich mit Gutem sättigt dein Leben lang." (Psalm 103,1-5a)

Lied 159,1-3 ("Liebster Jesu, wir sind hier")

Die Nester der Seeschwalben

Beim Weg durch das Gewühl des Alltagslebens verleiht uns der Blick nach Oben immer wieder neue Kraft. In einem Brief an einen trauernden Menschen vernehmen wir von folgender Beobachtung:
"Ich las einmal in einer Zeitschrift, dass die Seeschwalben, die kleinen Vögel, die ihre Eier an den Meeresstrand legen, ihre Nester kugelförmig bauen und so fest verschliessen, dass die Wogen des Meeres nicht eindringen können. Nirgends findet sich ein kleiner Spalt. Nur an der obersten Stelle steht das Nest ein wenig offen, und die zarten Vogeljungen bleiben am Leben, auch wenn das Wasser sie umbraust. Sie werden auf den Wellen getragen. Die Öffnung nach Oben verschafft die zum Atmen notwendige Luft und gibt dem Schiffchen das Gleichgewicht. Wenn die Flut sie überrascht, schwimmen sie sicher auf den Wellen, ohne unterzugehen."

Lied 343,1-4 ("Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen")

Segen:
Der Herr segne dich. Er erfülle dein Herz mit Freude. Er schenke dir immer neu die Gnade der Wüste: Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung. Er gebe uns allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein Gesicht zu geben. – Amen.



Tagesandacht Mittwoch, 22. Juli 2015

Eingang:
Jesus Christus spricht: "Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht mehr Durst haben, nein, das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben sprudelt." (Joh. 4,14)

Lied 20,1-3 ("Ich erhebe mein Gemüte betend, o mein Gott, zu dir")

Die Trennung von Erde und Wasser

Wasser ist auf unserem Planeten Erde in hohem Masse für die Fruchtbarkeit verantwortlich. Es ermöglicht das Leben. Wasser tränkt unsere Wiesen, Äcker und Felder. Es fördert das Wachstum und reinigt die Luft. Auch der Mensch besteht, wie die Früchte der Erde, zu einem grossen Teil aus Wasser, aus lebendigem Wasser, und deshalb ist es so wichtig, dass die Lebensströme fliessen.

Wie alles Gute und Schöne kann das Wasser aber auch Gefahr bringen, wenn es die Erde überflutet. Die ganz grosse Schöpfungstat Gottes besteht darin, dass er den Weltmeeren Einhalt gebot und Grenzen setzte. Daher rührt der bekannte Satz: "Bis hierher und nicht weiter!" (Hiob 38,11) Wenn wir an die Katastrophe denken, die schon nur eine kleine Verschiebung auslösen würde, dann können wir nichts anderes als dankbar sein für diese Schöpfungstat und die Gesetze, denen die immensen Kräfte des Weltalls gehorchen.

Harmonie macht Wasser zu Lebenswasser. Die Kraft des Schöpfers macht es fruchtbar: Wir Menschen sind aus Wasser geboren, aus dem Fruchtwasser im dunklen Mutterschoss, in welchem wir kunstvoll gewoben wurden und aus welchem wir ans Licht der Welt drängten. Das ist die Geburt des natürlichen Menschen, die erste Geburt. Der Psalmensänger (139,13) singt: "Du hast mich gewoben im Mutterschoss. Ich danke dir, dass ich so herrlich bereitet bin, so wunderbar; wunderbar sind deine Werke."

Lied 247,1-5 ("Grosser Gott, wir loben dich")

Segen:
"Der Herr segne dich und behüte dich.
Er lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig.
Er erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden."
Amen.



Tagesandacht Donnerstag, 23. Juli 2015

Eingang:
"Der Herr ist mein Hirt, mir mangelt nichts,
er weidet mich auf grünen Auen.
Zur Ruhe am Wasser führt er mich,
neues Leben gibt er mir.
Er leitet mich auf Pfaden der Gerechtigkeit
um seines Namens willen.
Wandere ich auch im finstern Tal,
fürchte ich kein Unheil,
denn du bist bei mir,
dein Stecken und dein Stab,
sie trösten mich." (Psalm 23,1-4)

Lied 57,1-4 ("Nun jauchzt dem Herren, alle Welt")

Wasser ist das Leben – Antoine de Saint-Exupéry

"Wasser, du hast weder Geschmack, noch Farbe, noch Aroma. Man kann dich nicht beschreiben. Man schmeckt dich, ohne dich zu kennen. Es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht: Du selber bist das Leben! Du durchdringst uns als Labsal, dessen Köstlichkeiten keiner un-serer Sinne auszudrücken fähig ist. Durch dich kehren uns alle Kräfte zurück, die wir schon verloren gaben. Dank deiner Segnungen fliessen in uns wieder alle bereits versiegten Quellen der Seele. Du bist der köstlichste Besitz dieser Erde. Du bist eine leicht gekränkte Gottheit! Aber du schenkst uns ein unbeschreiblich einfaches und grosses Glück." (Aus: „Wind, Sand und Sterne“)

Lied 681;1,3,4 ("Wer nur den lieben Gott lässt walten")

Segen:
Möge der Heilige Geist Besitz von dir ergreifen.
Er schütze dich auf den Wogen des Meeres.
Er schütze dich auf dem festen Land.
Auf allen Wegen lenke er deine Schritte
und führe dich zum ewigen Frieden.
 - Amen. 
(Quelle unbekannt)



Tagesandacht Freitag, 24. Juli 2015

Eingang:
"Befiehl dem Herrn deinen Weg
und vertraue auf ihn, er wird es vollbringen."
(Psalm 37,5)

Lied 531,1-3 ("Weisst du, wie viel Sternlein stehen")

Schwester Wasser – Franz von Assisi

Nach dem Feuer galt die besondere Liebe von Franziskus dem Wasser, dem Sinnbild der heiligen Busse, die den Schmutz der Seele reinwäscht; auch weil die erste Reinigung der Seele durch das Wasser der Taufe geschieht. Wenn er sich deshalb die Hände wusch, so wählte er stets einen Platz, wo das Wasser, wenn es herunterfiel, nicht unter die Füsse der Menschen kam.

"Lob sei dir, mein Herr, durch Schwester Wasser.
Sehr nützlich ist sie, demütig, kostbar und rein."
(Aus dem Sonnengesang des Franziskus)

Wasser_Brunnen_Magliaso.jpg

Foto: Jakob Vetsch

Lied 529,1-9 ("Laudato si - Sei gepriesen")
Lied 42 (Kanon "Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn")

Segen:
Kraft zum Unterwegssein wünsche ich Dir;
Gottes Bestärkung in Deinem Leben.
Mut zur Versöhnung wünsche ich Dir;
Gottes Wohlwollen in Deinem Leben.
Grund zur Hoffnung 
wünsche ich Dir;
Gottes Licht in Deinem Leben.
Vertrauen zum Miteinander wünsche ich Dir;
Gottes Verheissung, sein Volk zu sein.
Begeisterung zum Aufbruch wünsche ich uns;
Gottes Wegbegleitung und Segen.

(Quelle unbekannt)


last update: 04.08.2015