CHRISTentum.ch
Ein Portal für das Christentum in der Schweiz

WALDGOTTESDIENST


Die drei Wälder

Einem Mann in Frankreich starben Frau und Kinder. Wofür sollte er noch leben? So läßt er seinen Bauernhof in einer fruchtbaren Ebene zurück und zieht mit seinen Schafen in eine trostlose Gegend, in die Cevennen, fast eine Wüstenlandschaft. Dörfer mit zerfallenen Häusern, mit unglücklichen Menschen. Der Mann erkennt: Diese Landschaft wird sterben, wenn keine Bäume wachsen. So besorgt er sich Eicheln. Die guten legt er in einen Eimer Wasser, damit sie sich vollsaugen. Dann zieht er los, stößt mit einem Eisenstab in die Erde, legt Eicheln hinein, da und dort. Nach drei Jahren hat er mehr als hunderttausend Eicheln in die Erde gesetzt. Wenn nur zehntausend aufgehen, denkt er. So verbringt er den Rest seiner Jahre. 
Und als er 1947 mit 89 Jahren stirbt, hat er wunderschöne Wälder geschaffen, die schönsten Frankreichs. Drei Wälder von 11 km Länge und 3 km Breite. Was damit geschah? Die Wurzeln halten das Wasser fest, in den Bächen fließt wieder Wasser, es gibt wieder Wiesen und Blumen, die Vögel sind zurückgekehrt, und die Dörfer sind wieder schön. 
Die Leute, die da wohnen, denken nicht mehr an den Mann, dem sie das alles verdanken.
Matthias Utters nach J. Giono


Ökumenischer Waldgottesdienst
der Kirchgemeinden Matthäus-Zürich und Allerheiligen

Pfarrer Dr. Chika Okafor (Zürich-Allerheiligen) wendet sich an die Gottesdienstbesucher, die anschliessend zum Grill geladen sind.

Unterer Spielplatz Käferberg (oberhalb Bucheggplatz), 23. August 1998


Baum im Wanderschuh

Löse dich von Haus und Haft, 
Ehe der Herd verglimmt. 
Denn zu Gottes Wanderschaft 
Bist du vorbestimmt. 
Namenloses Zeitenkind, 
Baum im Wanderschuh! 
Was am Prellstein hockt und sinnt, 
Das bist nicht mehr Du. 
Gib dich der verborgnen Hand, 
Die dich angerührt. 
Hebe dich vom Grabenrand. 
Geh, du bist geführt. 
Werner Bergengruen, Wandlung


Franz von Assisi

Dem Bruder, der das Holz für das Feuer spaltete, gab Franz die Weisung, er solle nie einen Baum völlig aushauen, sondern immer noch ein Stück des Stumpfes stehenlassen, aus Liebe zu jenem, der unser Heil am Holz des Kreuzes wirken wollte. 


Gebete im Freien

Gott, unser Vater, deine Stimme ist im sanften Säuseln des Windes zu hören, und dein Atem gibt der Welt Leben. Mach uns weise, damit wir die Sprache deiner Schöpfung verstehen. Hilf uns, dass wir den Sinn begreifen, den du in jedem Blatt und in jedem Felsen bereithältst. Rüste uns zu, mit reinem Herzen und offenem Gemüt zur dir zu kommen, sodass wir uns vor dir, unserem Schöpfer, nicht schämen müssen. Lass uns das feste Ziel vor Augen haben, von der Schöpfung nicht mehr zu nehmen als wir ihr geben, nicht mutwillig zu zerstören zur Stillung unsrer Gier und nicht zu verweigern unsere Hand, wo es gilt, die Erde aufzubauen. Denn wenn wir der Erde Liebe schenken, wird sie auch für uns sorgen. So hat deine Güte es eingerichtet. Dafür loben und preisen wir dich, guter Gott. Amen. 

O Herr der Welt, dir singe ich. Alles blüht um mich her, und die Welt ist gesegnet und voll Freude. Dir singe ich! Wie glänzt jetzt der Tau, wie jubeln alle die bunten Vögel, der Gesang der Zwitschernden tönt überall. Alle singen dir zu Ehren, dem Erschaffer des Alls, dir, der du Gott bist. Du allein bist die Quelle des Gesanges, denn das Lied wurde im Himmel geboren. Im Himmel lässt seine Stimme strahlen der liebliche Vogel, und die heiligen Vögel jubeln im Wechselgesang zum Preise des, der die Welt geschaffen. Mein Herz hört die Stimmen, und ich will alle dunklen Schleier der Vergangenheit den Winden geben, damit auch mein Seufzen aufsteigt in den unendlich leuchtenden Himmel, hoch hinauf, und mitklingt, wo die gelben Kolibris singen zum Preise des Gottes im Himmel. Ach, ich will nicht weinen auf Erden. Ach, ich weiss, was immer die Erde trägt, muss enden, wie hier unser Leben endet. Lass mich singen zu dir, du Grund des Alls, im Himmel möge meine Seele zu dir singen, dass du sie freundlich ansiehst, du, durch den wir leben. Amen.
Indianer Mexikos

Dank sei dir, Herr Für alle Freuden, die der Morgen bringt, für die stille Nacht und den unbeschwerten Schlaf, für den schalkhaften Flaum im Haar, für das Entzücken, das mir jeden Tag zuteil wird, Herr, dir sei Dank, Herr, dir sei Ruhm! Für die wunderschönen Sternennächte, für die munteren Bergbäche, für jeden kommenden Tag, für die fröhliche Musik, zu dir ruft mein Herz, dein Name sei gepriesen! Für die allgemeine Freude, für den Brosamen Glück, für den Vogel, der unablässig singt, für alles, was die Zukunft bringt, für deine immer wachen Träume, Dank sei dir, Schöpfer, Dank sei dir, Allmächtiger! Für alle Segnungen dieser Welt, für die Träne, die manchmal aufleuchtet, für die Liebe, die zwischen den Menschen blüht, für die reinen Kinderherzen, danke für alles, Dank sei dir, Herr! Amen.
Krstana Tasic

Gott Bei Dir ist es schön weil Du eine blühende Magerwiese bist voller Farben und Düfte, weil Du eine Haut hast wie die verletzlichen Menschen, weil Du ein Kristall bist in dem die Zukunft leuchtet lass mich doch kurz schauen -, weil Du das Wetterleuchten bist das hinter dem Glärnisch geistert, weil Du das Geheimnis bist im Auge der Katze, weil Du die Glühbirne bist die Lesen ermöglicht, Du bist die Gerechtigkeit in Liebesbeziehung, Du bist die Zukunft der Jungen die das All begreifen werden statt es bereisen wollen. Amen.
Peter Walss



Waldgottesdienst zum Thema Steine
... zum Thema Baum

Gemeinsames Liedgut der Evangelischen und Katholischen Kirchen der Schweiz 



last update: 25.08.2015