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Sonntag vor dem 26. April Predigtentwurf für einen
Sonntag vor dem 26. April 2005
zum 19. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe für Green Cross Schweiz, von Pfr. Jakob Vetsch ... EINER DES ANDERN ... "Traget einer des andern Lasten, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." (Galaterbrief 6,2) Chaplin, der Inbegriff des Komikers, der Mann, der im letzten Jahrhundert vielleicht am meisten Leute zum Lachen gebracht hat, Chaplin hatte auch seine nachdenkliche Seite. Und er hat sie auch genannt, im Schlussappell seines Filmes "Der grosse Diktator" vom Jahre 1940. Wie das ernsthafte Vermächtnis eines vielseitig Begabten, den das Wohlergehen seiner Mitmenschen nicht unberührt liess, lesen sie sich, diese Worte: "Ich möchte weder herrschen noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann - den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weissen. Jeder Mensch sollte dem andern helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des Andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Platz genug für jeden. Und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen. Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen! Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet, und Missgunst hat die Seelen vergiftet. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt, aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten, und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert. Aeroplane (Flugzeug) und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen von Mensch zu Mensch. Sie erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Bewahrt Euch die Menschlichkeit in Euren Herzen, und hasst nicht! Nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Kämpft für die Freiheit! Im 17. Kapitel des Evangelisten Lukas steht, Gott wohnt in jedem Menschen, also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergeßt nie: Gott lebt in Euch allen! Und Ihr als Volk habt allein die Macht, die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen. Lasst uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt, die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Laßt uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das zu kämpfen es sich lohnt! Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz! Lasst uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit, in der die Vernunft siegt, in der Fortschritt und Wissenschaft und alles zum Segen gereichen!" Wer die genannten Worte von Gott, der in uns allen wohnt, im Lukas-Evangelium sucht, wird sie nicht finden. Chaplin wusste, dass Lukas ein Doppelwerk hinterliess, das Evangelium und die Apostelgeschichte. Gemeint ist also das 17. Kapitel der Apostelgeschichte des Lukas, und zwar die Verse 27b und 28a, wo wir lesen: "Gott ist doch nicht fern von einem jeden unter uns, denn in ihm leben, weben und sind wir." Chaplin übersetzte das einfach mit: Gott wohnt in jedem Menschen. Das ist ja dann auch der Grund, warum alles zusammen hängt und es kein wahres Glück gibt, wenn es nicht allen gilt. Der Apostel Paulus hat es in die Worte gefasst: "Traget einer des andern Lasten, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." ... einer des andern ... Vielleicht sind wir Schweizer auch einmal froh. Es sind nicht immer nur die anderen, die das Unheil trifft. Die aktuelle Aktion von Greencross Schweiz zeigt uns ein Mädchen, und wir lesen dazu: "Wer gibt der 6-jährigen Ania Wärme und Schutz?" Ich schaue es an und denke, es könnte mein Kind sein oder deins, ich könnte es sein oder du. Es geht mir nicht aus dem Sinn: ... einer des andern ... "Wer?" Einst hat es ein Mann namens Martin getan. Er hat den richtigen Gebrauch des Schwertes demonstriert und damit seinen Mantel geteilt und die eine Hälfte einem Frierenden zugeworfen. In der Nacht ist ihm im Traum Christus erschienen, und er hatte die verschenkte Hälfte von Martins Mantel um sich gewickelt. "Wiefern ihr es einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr es mir getan." (Matthäus 25,40). Es geht um Ania. Sie ist genug Grund zum Helfen. Ein Kind, in dem Gott wohnt, wie in uns allen. Es geht aber auch um Christus und um dich, was du tust und was mit dir geschieht. Mutter Teresa hat es einmal so gesagt: "Wenn Sie den Armen den Rücken zuwenden, so wenden Sie ihn Christus zu. Er hat sich selbst zum Hungrigen gemacht, zum Nackten, zum Heimatlosen, so dass Sie und ich Gelegenheit haben, ihn zu lieben!" Wir haben viel Gelegenheit, ihn zu lieben. Indem wir unsere Herzen warm machen mit der Freude des Evangeliums, von Gott geliebt zu sein; und indem wir diese Liebe in Form von Wärme anderen schenken, ihnen in Gedanken etwas Wärme schicken, für sie beten und helfen, so gut wir können, "den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weissen", wie es Chaplin in seinem Schlussappell eindringlich gesagt hat. Predigtentwurf für einen Sonntag vor dem 26. April 2004 "Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und
esst ihre
Früchte; Welche Verheissung! Baut Häuser, pflanzt Gärten,
gründet
Familien und lebt in Frieden! So ermutigt der Prophet sein Volk im
Exil,
so hört er Gott selbst zu seinen Menschen sprechen. Zukunft und
Hoffnung
will er ihnen geben.
Göttliche Verheissungen sind nicht einfach Vorhersagen
oder Prophezeiungen,
die dann eintreffen oder nicht eintreffen können. Sie sind
vielmehr
Ruf und Appell, Aufruf und Einladung, Ermutigung und
Ermächtigung.
Die göttliche Verheissung will uns zum Handeln motivieren. Denn
Gott
ist auf unser Handeln angewiesen. Nur so werden seine Verheissungen
wahr.
Andersrum hingegen wirken die Kräfte der Vernichtung.
Stillstand
wo Entwicklung sein sollte.
Ob Gott auch dem russischen Mädchen Tanja Zukunft und Hoffnung und Hoffnung gewähren wird? Sein Gedanke ist es, an uns aber ist es, den Gedanken in die Tat umzusetzen. "Denn ich weiss wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung." Predigtentwurf für einen Sonntag vor dem 26. April 2003 Hoffnung durch die Nähe des Gespräches Der König fragte die Schlange: "Wo kommst du her?" Andreas findet zuerst seinen Bruder Simon und sagt zu ihm: Damit wir nicht so allein sind und wirklich leben, sind wir
auf Beziehungen,
auf ein Miteinander angewiesen. Das verleiht uns Geborgenheit,
Sicherheit
und Lebenssinn. In jeder echten Beziehung wird ausgetauscht,
kommuniziert,
gesprochen. Das kann auf vielfältige Weise geschehen: mit Worten,
im Schweigen, durch Gesten, in der Arbeit.
Wenn Gott uns Menschen ruft, sind die Gespräche nicht
wortreich.
"Du bist Petrus, der Fels”, d.h. ich nenne dich so, ich mache
das aus
dir. Und was Petrus von sich aus zu sagen hat, das müssten auch
wir
sagen: "Herr, geh weg von mir, ich bin ein Sünder.” (Lk.5,8)
Selten traut es sich ein Berufener zu, in Gottes Namen zu handeln und
zu
verkündigen. Er soll es ja auch nicht aus eigenen Kräften
tun,
sondern aus dem Willen und der Kraft Gottes.
Da kommt mir eine Geschichte mit dem heiligen Franz in den
Sinn. Er
weilte einmal in der Behausung bei Portiuncula, und bei ihm hielt sich
Bruder Masseo auf. Dieser besass eine besondere Gnadengabe für das
Wort Gottes. Er zeichnete sich durch kluge Verständigkeit aus und
war deshalb dem Heiligen sehr lieb.
Wenn Gott uns ruft, sind die Gespräche nicht lang, und er schaut nicht auf den Mustermenschen. Es wird von einem Menschen namens Nathanael berichtet, der
Jesus zurückfragt:
"Woher kennst du mich?” Und Jesus antwortet: "Da du unter dem
Feigenbaum
warst, sah ich dich.”
Was würde Jesus zu uns sagen? Vielleicht: Da du nachts
nicht schlafen
konntest und deine Gedanken wie mit Elefantenfüssen auf dir
herumtrampelten,
da sah ich dich. Da du allein im Auto unterwegs warst und vor dich
hingesprochen
hast, da sah ich dich.
Zwiegespräche mit Gott sind kurz, wenn er uns ruft. Sie
dauern
aber an, wenn wir auf seinen Ruf hören und ihm nachfolgen. Dann
reden
wir täglich mit Gott.
Ein Weiser hatte die merkwürdige Angewohnheit, sich jeden
Abend
um die gleiche Zeit von seinen Freunden zu verabschieden. Fragte man
ihn,
wohin er denn gehe, pflegte er zu erwidern, er sei noch zu einer Feier
eingeladen.
Durch das Reden Gottes mit uns und durch unser Reden mit Gott wird unser Leben etwas ganz Besonderes. Wir verändern uns, und die Welt wird wunderbar, weil Gott das wirkt. Mitten in aller Hoffnungslosigkeit, mitten in allem Zerstörten wächst die Blume der Hoffnung, wenn wir Menschen mit Gott reden und wenn unsere Gespräche untereinander die Qualität echter Nähe und Wärme haben, weil wir von Gott geliebt sind, weil wir das wissen und einander verstehen wollen, voneinander lernen, einander bereichern möchten, für ein besseres Heute als es das Gestern war, für ein besseres Morgen als es das Heute ist. Zum Schluss knappe Worte, die Jesus beim Kreuz gesagt hat. Sie zeigen, wie Gemeinschaft gestiftet und Hoffnung gegeben werden kann: Jesus sah die Mutter und neben ihr den Jünger stehen, den er lieb hatte. Er sagt zur Mutter: "Siehe, dein Sohn!" Hierauf zum Jünger: "Siehe, deine Mutter!" Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger in sein Haus. Predigtentwurf für einen Sonntag vor dem 26. April 2001 gemEINsam statt EINsam, "Zwei sind auf jeden Fall besser dran als einer allein. Tränen fallen ihr über das Gesicht. Sie hat es gegen den Boden geneigt. Monoton kommt aus ihr heraus: "Mein Ex fragt nicht nach mir, ich bin ihm gleichgültig." Gezeichnet von jahrelanger Krankheit sitzt sie im Rollstuhl auf der Veranda draussen, ein Häufchen Elend, allein, eine kinderlose Schweizer Frau mittleren Alters. "Vielleicht will er seine neue Partnerin nicht eifersüchtig machen", hör ich mich sagen. Ich versuche schon wieder Brücken zu bauen, ein richtiger Brückenbauer, ein Pontifex, bin ich geworden, mein Gott! Aber wo kommen wir hin, wenn wir immer nur die eine Seite sehen, und überhaupt dieses Schuldzuweisen statt Verstehenwollen, "Moralin" statt Hilfe - ich hab es satt! Tatsache ist: Sie sitzt da, heulend, allein. Bitter. Wahr. Die stummen Momente teilen, den Schmerz aushalten, die Wut nicht runterschlucken, die Trauer nicht vorschnell mit Trost übertünchen, nicht "leidige Tröster" sein, wie Hiob es seinen Freunden vorgeworfen hat. Aushalten, da-sein. Was für ein Da-sein manchmal! Aber ich möchte es nicht missen: Die Tiefs gehören zum Leben, da gibt es nicht nur Höhenflüge. Ich schau sie an, die Frau, und es kommt mir ein Satz in den Sinn, den ich in der Fortbildung hörte: "Der Hass ist die Hoffnung auf die Liebe." Da darf man also ganz schön vorsichtig sein; wenn das nämlich so steht, dann wäre in Manchem noch Manches zu machen! Eindringlich auch die Worte: "Nur wer nicht geliebt wird, hasst, nur wer nicht geliebt wird ..." Ich sag es ja: Da darf man ganz schön vorsichtig sein; dies sind immerhin Worte von Charlie Chaplin, aus dem Schlussappell seines grossartigen Filmes "Der grosse Diktator" (1940), der seinerzeit immerhin auch in der Schweiz verboten wurde ... Ja, man hat Störungen halt nicht gern, man lässt sich nicht gern stören in seinen Geschäften, durch die Liebe schon gar nicht; auch eine Krankheit kann ja so störend sein. Wir lassen uns nicht gerne zum Umdenken zwingen, das möchten wir dann schon freiwillig von uns aus tun; und wir tun es nur, wenn es auch wirklich etwas bringt. Komisch: Es sind doch die genaugleichen Mechanismen im Grossen und im Kleinen. Sie betreffen jene weinende Frau im Rollstuhl genau wie ganze Nationen und Völker. Warum bloss haben wir einen so weiten Weg, bis wir wirklich helfen können? Bis wir Kranke und Strahlengeschädigte annehmen können, wie sie sind? Da sind weite Wege zurückzulegen, bis wir anschauen können, was ist, und bis wir es annehmen und helfen können. Tschernobyl darf nicht in Vergessenheit geraten. Green Cross Schweiz schreibt: "Im 15. Jahr nach dem Unglück haben rund 10 Millionen Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme wegen der anhaltenden Radioaktivitat in der Nahrungskette. Im Vergleich dazu litten in den ersten 12 Monaten "nur" einige Tausend unter der atmospharischen Verstrahlung. Kommt hinzu, dass sich die ökonomische Situation drastisch verschlechtert hat. Die Wirtschaft in den betroffenen Gebieten liegt am Boden. Viele gutausgebildete Menschen sind weggezogen, der Boden ist verseucht, gesundheitliche Schäden mindern die Leistungsfähigkeit. Die Menschen sind heute mehr denn je auf Hilfe aus dem Westen angewiesen." Das muss man wissen. Wer`s nicht weiss, kann nicht helfen. Wir müssen Krankheiten und Schädigungen, deren Auswirkungen und Verlauf, kennen, sonst können wir nicht helfen - und tun gar noch jemandem Unrecht an. Wer Hilfe braucht und ohne Hilfe bleibt, dem geschieht Unrecht. Ich sehe die strahlengeschädigten Kinder, die zur Erholung in den Ferien im Kinderdorf Pestalozzi im appenzellischen Trogen weilten, vor mir. Bleich, keine 15 Jahre alt, nach der Katastrophe geboren also. Sie können nichts dafür. Aber wir können ein bisschen etwas dagegen tun! Ich probiere es - und winke Zweien, die grad schauen, herzhaft zu. Ein freudiges Lächeln kommt zurück, und sie winken mir auch! "Die RUSSEN kommen", hörte ich meinen Vater manchmal im Halbernst sagen. Er meinte die Armee. Gedankenversunken schaue ich jenen Kindern nach, die in Zweierkolonne an der frischen Bergluft durch`s Kinderdorf laufen: "Die Russen KOMMEN", denke ich, "anders, als es mein Vater manchmal im Herzen bewegte ... ganz anders." Wir sollten helfen und Freunde sein. Denn: "Zwei sind auf jeden Fall besser dran als einer allein. Mich lässt eine Beispielgeschichte von Christoph Schmid nicht los: Ein Vater hatte sieben Söhne, die öfter miteinander uneins waren. Über dem Zanken und Streiten versäumten sie die Arbeit. Ja, einige böse Menschen hatten im Sinne, diese Uneinigkeit zu benutzen, um die Söhne nach dem Tod ihres Vaters um ihr Erbteil zu bringen. Da liess der alte Mann alle sieben Söhne zusammenkommen, legte ihnen sieben Stäbe vor, die fest zusammengebunden waren, und sagte: "Dem von euch, der dieses Bündel Stäbe zerbricht, zahle ich hundert grosse Taler." Einer nach dem andern strengte alle seine Kräfte an, und jeder sagte nach langem vergeblichen Bemühen: "Es ist gar nicht möglich!" "Und doch", sagte der Vater, "ist nichts leichter!" Er löste das Bündel auf und zerbrach einen Stab nach dem andern mit geringer Mühe. "Ei", riefen die Söhne, "so ist es freilich leicht, so könnte es ein kleiner Knabe!" Der Vater aber sprach: "Wie es mit diesen Stäben ist, so ist es mit euch, meine Söhne. Solange ihr fest zusammenhaltet, werdet ihr bestehen, und niemand wird euch überwältigen können. Wird aber das Band der Eintracht, das euch verbinden soll, aufgelöst, so geht es euch wie den Stäben, die hier zerbrochen auf dem Boden herumliegen." Predigtentwurf für einen Sonntag vor dem 26. April 2000 Ohne Hoffnung nicht "Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker
der Seele, Haben Sie Glück gehabt, oder sind Sie glücklos? Das
ist manchmal
die Frage im Leben. Es gibt die Pechvögel und die
Glückspilze,
Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens sitzen und solche, die
sich
mit der Schattenseite zufrieden geben müssen.
Demnach muss es etwas Wichtiges geben, das jenseits vom
Glück zu
Hause ist, etwas, das noch tiefer geht. Vielleicht ist es das, wovon
jetzt
die Rede sein wird. - Der Mensch könne wohl glücklos leben,
aber
ohne Hoffnung nicht, meinte der norddeutsche Lyriker und Novellist
Theodor
Storm (1817-1888). Wörtlich sagte er: "Wir können wohl das
Glück
entbehren, aber nicht die Hoffnung."
Das ist eine sehr ernste Angelegenheit und zugleich das
Schönste
im Leben. Die Geschichte von den vier Kerzen weiss davon zu
erzählen.
- Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still,
dass
man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Da muss es also etwas Letztes geben, die Hoffnung, die man
niemandem
rauben darf, die man aber auch nicht organisieren oder gar kaufen kann.
Und dennoch, es kann eben sein, dass alles andere weg ist, verloren,
verdorben,
und da ist das kleine Licht der Hoffnung noch, mit dem so vieles andere
wieder angezündet werden kann.
Ich schliesse mit einem tschechischen Wort: "Augen, die mit Hoffnung sehen, sehen weiter. Augen, die mit Liebe sehen, sehen tiefer. Augen die mit Glauben sehen, sehen alles in einem anderen Licht." last update: 30.09.2004
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