CHRISTentum.ch
Ein Portal für das Christentum in der Schweiz


TAUFE

aftaba-kanne.jpg

Aftaba-Kanne, ein Behälter kostbaren Wassers in Wüstenregionen

Das Wort taufen stammt ursprünglich vom Adjektiv tief ab.
Es heisst im wörtlichen Sinn neben ein- und untertauchen auch tief werden.
Das ist ein schönes Zeichen dafür, was das Geschenk der Liebe Gottes bedeutet.


Liturgie


Liebe Tauffamilie(n), liebe Gemeinde!

Das Sakrament der hl. Taufe in unserer Kirche in das Zeichen für den Bund, den Gott mit uns Menschen geschlossen hat. Im Bunde des Alten Testaments haben wir Gott als den Erschaffer der Erde, als den Herrn der Welt und als den Behüter des Gottesvolkes kennengelernt. Und im Bunde des NTs hat Gott die Welt mit sich versöhnt, indem er sich am Kreuz hingab. Durch die Auferstehung Jesu Christi ist uns Hoffnung auf echtes, ewiges Leben geschenkt worden.
Das Kind (die Kinder), das (die) wir heute taufen, weiss (wissen) davon noch nichts. Trotzdem taufen wir es (sie), da seine (ihre) Eltern und Paten versprechen, es (sie) im christlichen Geist zu erziehen. Die Eltern stehen dafür mit ihrem Bekenntnis ein, ebenso die Taufpaten in ihrer Verantwortung als Stellvertreter und sinnvolle Ergänzer der Eltern.

Mit der Taufe erfüllen wir einen Befehl Christi, hat er doch gesagt: "Gott hat mir die Macht über Himmel und Erde gegeben. Geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und denkt daran: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt." (Matthäus 28,18-20)

Mit und für die Taufleute beten wir nun zusammen die Worte vom "Unser Vater":

Unser Vater im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Jesus Christus sagt: "Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret es ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes!" (Matthäus 19,14) Bringt das Kind (die Kinder) zur Taufe.

Liebe Eltern und Paten, weil Ihr dieses Kind (diese Kinder) zur hl. Taufe gebracht habt, ermahne ich Euch brüderlich im Herrn: Nehmt Euch des Kindes (der Kinder) so an, dass es (sie) sich zur Ehre Gottes entfalten kann (können). Vertraut auf Gott, der Euch beisteht, und den Heiland Jesus Christus, der uns erlöst. Bekräftigt Euren Willen und bezeugt dies mit Eurem JA-Wort.

Welchen Namen habt Ihr Eurem Kind gegeben? (Eltern oder Paten sagen den Namen des Kindes) - Sie sagen Dir N.N. Die Taufe sagt Dir zu, dass Gott Dich kennt und liebt. Jesus ist auch einmal ein Kind wie Du gewesen. Für Dich kam er als Mensch in diese Welt, für Dich hat er gelebt, gelehrt und gelitten bis zum Tod am Kreuz. Für Dich aber hat Gott ihn am dritten Tag als Ersten der Entschlafenen auferweckt, und darum darf ich Dich heute voller Hoffnung taufen. Ich taufe Dich auf den Namen Gottes, des Vaters, der Dich geschaffen hat und Dich darum am besten kennt, des Sohnes, der Dich zum echten Leben befreit, und des Heiligen Geistes, der uns zusammenführt und uns in der Familie Gottes erhält.

Taufspruch ...

Wir beten:

Herr, du grosser Gott über unser kleines Leben.
Wir danken dir von Herzen für das Geschenk dieses Kindes (dieser Kinder). Mit der Taufe haben wir es (sie) in deine Hand gelegt, weil es (sie) auch dein(e) Kind(er) ist (sind). Wir bitten dich: Segne und behüte es (sie). Begegne ihm (ihnen) mit Langmut und Güte. Gib Kraft den Eltern und Taufpaten, und sei du mit uns allen, wenn wir es (sie) als seine (ihre) Freunde begleiten. Sei du durch Jesus Christus stets um uns, auf dass wir immer in deiner Nähe bleiben.
Amen.

Der Herr segne und behüte Euch.
Er gebe Euch Kraft für Eure Gabe und Aufgabe.
Er schenke Euch Liebe,
auf dass Ihr sie dem Kind (den Kindern) weitergeben könnt. Amen.

Die Gemeinde singt ein Tauflied
Handschlag und Übergabe des Taufscheines



Wassergeschichte
Eine Erzählung zur Taufe

Als Gott das Wasser erschuf, war es eines seiner fröhlichsten Geschöpfe. Es floss singend von den Bergen, und selbst im Tal plätscherte es noch vergnügt vor sich hin. So oft es die Erde berührte, blühten Gräser und Blumen auf. Tiere kamen zum Wasser und Menschen. Die sagten alle: "Wie schön du bist. Wie gut, dass es dich gibt." Das freute das Wasser. Es rauschte noch lauter, und wenn es besonders gute Laune hatte, sprang es weit in die Höhe, so dass ein feiner Nebel entstand. Der leuchtete in der Sonne in allen Farben.
So wurde das Wasser fast ein bisschen eitel. "Seht mich an!", rief es. Zuzeiten wurde es sogar so übermütig, dass es über die Ufer trat und wild durch das Land floss. Eines Tages sah es dabei zurück und erschrak. Die Wiesen und Äcker waren überschwemmt. Tiere kämpften um ihr Leben. Pflanzen waren abgerissen und trieben ohne Wurzeln dahin. "Nein!", schrie das Wasser auf. "Das habe ich nicht gewollt. Ich bin doch da, um Leben zu geben, und nicht, um es zu zerstören."
"Alles hat zwei Seiten", sagte der Rabe, der gerade über eine versumpfte Wiese flog und sich auf einen Baumstrunk setzte. "Alles hat zwei Seiten. Nichts im Leben ist nur gut. Finde dich damit ab. Im übrigen hat auch deine Wildheit ihre nützliche Seite. So kannst du Schmutz mitnehmen und alte, leblose Dinge unter dir begraben." Der Rabe galt als besonders weise.
Das Wasser war von seiner Antwort trotzdem nicht befriedigt. Es wurde immer trauriger und wollte schon aufhören zu fliessen. An einigen Stellen war es bereits ganz grün und faulig geworden. Vielleicht wäre es gestorben, wenn nicht Gott selbst zum Wasser gesagt hätte: "Sei nicht so verzweifelt. Ich will etwas ganz Besonderes aus dir machen. Du sollst zum Zeichen der Taufe werden. Da sind deine beiden Seiten wichtig. Du sollst von der Freude reden, die es macht, zu mir zu gehören. Du sollst aber auch davon erzählen, dass im Leben der Menschen Altes und Schlechtes zurückbleiben und wie weggeschwemmt sein kann."
Da fing das Wasser wieder an zu strömen. Manches mal dachte es über alles nach, was es erlebt hatte, und wurde dunkel und tief. Dann aber tanzte es wieder und sang. In unsere Sprache übersetzt sagte es dabei: "Danke Gott, denn es ist schön, dass du da bist. Das Schönste aber ist, dass du das Leben willst."

Karl-Heinz Ronecker


Taufsprüche


Der Herr, dem du angehörst und aus dessen Hand dich niemand reissen kann, vollende dich zum ewigen Leben.

Gott, der Herr, spricht: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. (1.Mose 12,2)

Der Herr spricht: Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten allenthalben, wo du hinziehst. (1.Mose 28,15)

Gott, der Herr, spricht: Ich will mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen. Sei getrost und unverzagt. (Josua 1,5-6)

Der Herr ist dein Hirte, dir wird nichts mangeln.
(Psalm 23,1)

Der Herr ist dein Licht und dein Heil, vor wem solltest du dich fürchten? (Psalm 27,1a)

Der Herr ist deines Lebens Zuflucht, vor wem solltest du erschrecken? (Psalm 27,1b)

Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den Herrn.
(Psalm 73,28)

Gott, der Herr, ist Sonne und Schild. (Psalm 84,12)

Der Herr behüte dich vor allem Übel; er behüte deine Seele. (Psalm 121,7)

Gott spricht: Fürchte dich nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich und helfe dir auch. (Jesaja 41,10)

Fürchte dich nicht, spricht der Herr, dein Erbarmer, zu dir, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
(Jesaja 43,1)

Die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der Herr, dein Erbarmer, zu dir. (Jesaja 54,10)

Gott, der Herr, spricht: Ich bin bei dir, dass ich dir helfe. (Jeremia 15,20)

Der Herr spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. (Johannes 8,12)

Der Herr spricht: Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe. (Johannes 10,11)

Der Herr spricht zu dir: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich. (Johannes 10,14)

Der Herr spricht: Dein Herz erschrecke nicht! Glaube an Gott, und glaube an mich. (Johannes 14,1)

Der Herr spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater ausser durch mich. (Johannes 14,6)

Der Herr spricht: Das ist mein Gebot, dass ihr einander lieben sollt, wie ich euch geliebt habe. (Johannes 15,12)

Der Gott der Hoffnung erfülle dich mit aller Freude und mit allem Frieden. (Römer 15,1)

Gnade sei mit dir und Friede von Gott, unsrem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! (1.Korinther 1,3)

Der Gott des Friedens heilige Dich durch und durch; unversehrt möge Dein Geist und Seele und Leib bei der Wiederkunft unsres Herrn Jesus Christus bewahrt werden! 1.Thess.5,23

Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, unsrem Herrn! (2.Timotheus 1,2)

Der Gott aller Gnade, der dich berufen hat zu seinem Heil in Christus Jesus, wolle dich leiten und stärken, bewahren und vollenden. (1.Petrus 5,10)


Segen an das Kind


Es segne dich Gott, unser Vater.
Er sei der Raum, in dem du lebst.
Er gebe dir Kraft, dein Leben sinnvoll und menschlich zu gestalten.
Er beschirme und bewahre dich vor allem Übel.

Es segne dich Jesus Christus, unser Heiland.
Er sei der Weg, auf dem du gehst.
Er öffne dich für die Erfahrung von Liebe, Vergebung und Frieden.
Er begleite dich und befreie dich zum Leben.

Es segne dich Gottes Heiliger Geist.
Er sei das Licht, das dich wachsen lässt.
Er gebe deinem Leben Freude und Klarheit.
Er erleuchte dich und ermutige dich und führe dich in die Wahrheit.

So sei und bleibe Gottes Segen bei dir für immer.
Amen.

Gisela Petersen



Wünsche mit auf den Weg


Dir wünsche ich ein Leben in Liebe, Freiheit und Dankbarkeit.
Auch wenn es einmal dunkel wird und du eine Krise zu meistern hast,
wünsche ich dir gute Freunde, die zu dir halten und dich stützen können.
Dass du nie aufgibst und daran denkst, Gott ist da, wünsche ich dir.
Er wird dich durch die Krise tragen. Alles lade auf ihn.
Befreie dich von Sorgen und Nöten.
Gehe in Würde deinen Weg weiter,
gleich was kommen mag.
Das wünsche ich dir in grosser Liebe.

Cornelia Steinmann


Alles Gute

Alles Gute wünschen wir dir

für deinen Weg ins Leben.

Unsere Liebe geben wir dir mit,

unsere guten Gedanken,

unser Lachen, Hoffen und Sehnen.

Alles Gute von uns geben wir dir gern,

und alles Gute von Gott
wünschen wir dir dazu,

seinen Schutz, seine Gnade,
auch und seine Kraft,
seinen Trost,
sein Erbarmen, seine Vergebung,

dass er dir grenzenlosen Frieden schenke,

innige Geborgenheit
und seine bedingungslose Liebe.

Unsere Wünsche packen wir dir ins Gepäck;

und Gott gibt seinen Segen noch dazu.

So kann dein Weg ins Leben gelingen.

Gottes Nähe

Gottes Nähe wecke in dir Liebe.

Liebe gegen allen Hass in der Welt,

Liebe gegen alle Angst und gegen alle Einsamkeit.

Gottes Nähe wecke in dir Liebe.

Liebe gegen alle Traurigkeit
und gegen alle Eifersucht,

Liebe gegen alles Misstrauen

und gegen alle Ungerechtigkeit,

gegen alle Gleichgültigkeit und Fantasielosigkeit.

Gottes Nähe wecke Liebe in dir – alle Tage neu.


 Fürbitten


Wir bitten Gott,

dass dieses Kind in seiner Familie eine Heimat hat,
in der es sich geborgen und verstanden fühlt.

dass dieses Kind gute Freunde findet,
die ihm echte Hilfe und Halt auf seinem Lebensweg geben.

dass die Eltern und Grosseltern, Paten, Freunde und Verwandten
durch den Kontakt mit diesem Kind
viel Freude erfahren und reich beschenkt werden.

dass dieses Kind gesegnet und glücklich sein darf
und die Kraft erhält, Schwierigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen,
sondern sie hoffnungsvoll zu überwinden.

dass dieses Kind den Schutz Gottes geniesst
und in der Kirche eine lebendige, stärkende Gemeinschaft erhält.

dass wir selbst unserer Taufe treu bleiben
und zu Gott immer wieder neu JA sagen dürfen.



Eure Kinder

Eure Kinder sind nicht Eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch Euch, aber nicht von Euch. Und obwohl sie mit Euch sind, gehören sie Euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen Eure Liebe geben, aber nicht Eure Gedanken. Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das Ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in Euren Träumen.

Ihr dürft Euch bemühen, wie sie zu sein; aber versucht nicht, sie Euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen Eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt Euch mit seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und Weit fliegen. Lasst Euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein.
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran: Der Prophet



Zur Bedeutung


Das Wort "taufen" kommt von "tief".
Es bedeutet "ein-" oder "untertauchen" und kann auch heissen "tief werden".
Somit ist mit dieser einmaligen Handlung ein Weg eingeleitet, der durch das ganze Leben führt.



Dich hat der Herr für sich erwählt - Eine Taufpredigt
Zur Taufe: Die Parabel vom Ertasten des Elefanten



last update: 31.07.2022