CHRISTentum.ch
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Martin Luther


Ich habe heute viel zu tun, darum muss ich heute viel beten ...


Kurz soll man beten, aber oft und stark.

Wie ein Schuster einen Schuh macht und ein Schneider einen Rock, also soll ein Christ beten. 
Eines Christen Handwerk ist beten.

Ich bin kalt in der Liebe

Siehe, Herr,
ich bin ein leeres Gefäß,
das bedarf sehr,
dass man es fülle.

Mein Herr, fülle es,
ich bin schwach im Glauben;
Stärke mich,
ich bin kalt in der Liebe.

Wärme mich und mache mich heiß,
dass meine Liebe herausfließe
auf meinen Nächsten.

Ich habe keinen festen, starken Glauben,
und zweifle zuzeiten
und kann dir nicht völlig vertrauen.

Ach Herr, hilf mir,
mehre mir den Glauben und das Vertrauen.
Alles, was ich habe,
ist in dir beschlossen.

Ich bin arm,
du bist reich
und bist gekommen,
dich der Armen zu erbarmen.

Ich bin ein Sünder,
du bist gerecht.
Hier bei mir ist die Krankheit der Sünde,
in dir aber ist die Fülle der Gerechtigkeit.

Darum bleibe ich bei dir,
dir muss ich nicht geben;
von dir kann ich nehmen.

Martin Luther, WA 10 I, S. 438


Ein Christ ist ein seltener Vogel ...


Ein Jeder soll dem anderen zum "Christus" werden.

Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

Ein Christ soll und muss ein fröhlicher Mensch sein.

Ein Christ ist im Werden, nicht im Gewordensein.


Ich bin dein und du bist mein. Das ist die Ehe ...


Es ist die höchste Gnade, eine Ehefrau zur Gefährtin zu haben, mit der du alles teilen und der du deine Angelegenheiten anvertrauen kannst, und mit der du Kinder zeugen kannst usw.

Was liegt für ein Gottessegen auf der Ehe! Wieviel Freude wird dem Menschen in seiner Nachkommenschaft geboten! Ist doch das der Eltern schönste Freude!


Wir leben mitten im Segen Gottes und merken ihn nicht ...


Eine Lüge ist wie ein Schneeball, je länger man ihn wälzt, um so größer wird er.

Vergebung der Sünden ist eine süße Wundertat.

Gleich wie die Sonne in einem stillen Wasser gut zu sehen ist und es kräftig erwärmt, kann sie in einem bewegten, rauschenden Wasser nicht deutlich gesehen werden. Darum, willst du erleuchtet werden durch das Evangelium, so gehe hin, wo du stille sein und das Bild tief ins Herz fassen kannst. Da wirst du finden Wunder über Wunder.


Traurige Leute soll man mit Essen und Trinken erquicken ...


Bist du niedergeschlagen, fliehe die Einsamkeit. Suche Gesellschaft, fröhliche Gesellschaft, weibliche Gesellschaft.

Ich kann aus Erfahrung sagen, wie einer sich bei Anfechtungen im Geist verhalten soll. Ficht dich Traurigkeit oder Verzweiflung oder ein anderer Gewißensschmerz an, dann iss, trink, geh unter die Leute. Und tut er dir gut, an ein Mädchen zu denken, dann tu das.

Durch Leben, ja durch Sterben und bis zur Hölle Angefochten-Werden wird man ein Theologe, nicht aber durch Einsehen, durch Lesen oder durch Spekulieren.


Viel Reichtum tröstet nicht so sehr wie ein fröhliches Herz ...


Ich bin reich, wenn ich auch nicht viel habe, weil ich das Meine geniesse.

Man tut beßer daran, wenn man dem Nächsten einen Pfennig gibt, als wenn man Petrus eine goldene Kirche baut.

Armut und Bettelei darf es gar nicht erst geben.


Die Tiere sind eine Kreatur Gottes ...


Wer unbarmherzig ist wider das Vieh, ist auch unbarmherzig gegen die Menschen. Es sollte der Jugend scharf eingeprägt werden, daß sie hübsch lernte Mitleid haben auch mit den Tieren, damit das Herz auch nicht kalt und lieblos gegen die Menschen würde.

Wir brauchen die Schöpfung und wühlen doch darin wie eine Sau im Habersack.


Lebensweisheiten


Weisheit gilt mehr als Waffen.

Ich kann mich nicht genug wundern über ein Ei.

Der erste Zorn ist der beste.

Geht dir das Wasser ins Maul, so lernst du schwimmen.

Man soll bauen, als wollt man ewig leben, und also leben, als sollt man morgen sterben.


Aus Luthers Spruchsammlung


Viel Hände machen leicht Arbeit 
(d.h. Zusammenarbeit ist besser).

Wer das Kleine verschmähet, dem wird das Größere nicht.

Sauer macht essen 
(d.h. Schwierigkeiten wecken Kraft und Lebenslust).

Jenseits des Berges sind auch Leute 
(d.h. Man soll über die Grenzen blicken).

Guter Rat kam nie zu spat.

Gute Meister fehlen auch 
(d.h. machen auch mal einen Fehler).



last update: 04.07.2015