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Kerzen



Die vier Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: "Ich heisse Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht." Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schliesslich ganz. 
Die zweite Kerze flackerte und sagte: "Ich heisse Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts mehr wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne." Ein Luftzug ging durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und sehr traurig meldete sich nun auch die dritte Kerze zu Wort. "Ich heisse Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie liebhaben sollen." Mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht. 
Da kam ein Kind ins Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: "Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!" Fast fing es an zu weinen. 
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: "Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heisse Hoffnung." Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze - und zündete die anderen wieder an.

Quelle unbekannt



Die Geschichte von der Kerze

Es war einmal ein König, der hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestimmen. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: "Für dieses Geld sollt ihr die Halle in unserem Schloß füllen. Wer das meiste für das Geld erhält, soll mein Nachfolger sein."

Der ältere Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo Arbeiter Zuckerrohr ernteten und viel ausgepreßtes Zuckerrohr nutzlos herumlag. Da dachte er bei sich: "Damit werde ich für die Silberstücke die Halle bis unter die Decke füllen können." Als die Halle mit dem Zuckerrohr gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: "Ich habe die Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger." - Der Vater antwortete: "Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten."

Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die dunkle Halle eine Kerze und zündete sie an. Der Schein der kleinen Kerze füllte die Halle mit Licht bis in die letzte Ecke hinein. Da sprach der Vater: "Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem erfüllt, was die Menschen brauchen."

Quelle unbekannt


last update: 26.08.2015