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Johannes der Täufer

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Leonardo da Vinci, 1517, Oel auf Holz, im Louvre


Johannes der Täufer - An der Schwelle des Neuen Bundes

Anders als bei den anderen Heiligen und Glaubenszeugen begeht die Kirche am 24. Juni den Geburtstag Johannes des Täufers. Nach biblischer Überlieferung war Johannes' Mutter Elisabeth mit ihm im sechsten Monat schwanger, als Maria die Geburt Jesu angekündigt wurde. Da die Geburt Jesu am 24. Dezember gefeiert wird, wurde folglich der Geburtstag des Johannes auf den 24. Juni datiert. Der festliche Gottesdienst zum Johannistag wird entweder am Tag selbst oder am vorangehenden Sonntag gefeiert. Wundersame Begebenheiten werden im Zusammenhang mit der Geburt berichtet. So verstummt der Vater Zacharias bei der Ankündigung des Ereignisses. Erst als er Tage nach der Geburt den künftigen Namen des Kindes "Johannes" auf eine Tafel schreibt, wird seine Zunge gelöst. Zacharias stimmt daraufhin einen Lobgesang an, der als das "Benedictus" später von der Kirche ins tägliche Morgengebet aufgenommen wurde.

Johannes steht an der Schwelle des Neuen Bundes, den Gott durch Jesus Christus mit den Menschen schliesst. In seiner Busspredigt und mit der Wassertaufe am Jordan kündigt "Johannes der Täufer", wie er seither heisst, diese Wende an.

Im Zusammenhang mit der Feier des Johannisfestes haben sich an manchen Orten Volksbräuche entwickelt, wie z.B. Johannisandachten auf Friedhöfen und Johannisfeuer. Dadurch erhielten die sonst üblichen Sonnenwendfeuer eine christliche Bedeutung. Dieser Verbindung seines Festes mit den Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende, der Höhe des Jahres, liegt folgende Vorstellung zugrunde: Auf dem Höhepunkt des Lebens beginnt die Vergänglichkeit. Wie Johannes der Täufer von Christus, dem Heiland, gesagt hat: "Jener muss wachsen, ich aber abnehmen." (Johannes-Evangelium 3,30). Wenn das äussere Licht abnimmt, darf das innere wachsen. Denn allein durch Christus, den Kommenden, ist Heil und ewiges Leben geschenkt!

Ottfried Jordahn


last update: 26.08.2015