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J e s u s
Kein Macho Er war kein Macho, obwohl er in einer höchst männerzentrierten
Gesellschaft aufwuchs (...) Er unterlag, gerade als Mann, nicht der Macher-Mentalität,
die immer versucht, das Leben in den Griff zu kriegen, über alles
und jeden Macht auszuüben. Vielmehr lebte er ganz bewusst im Hier
und Heute, schätzte den Wein und das fröhliche Feiern, weil er
aus einem tiefen Bewusstsein der Geborgenheit in Gott heraus lebte. Er
war kein Angepasster (...) vielmehr lag er dauernd im Clinch mit konservativen
Zeitgenossen, wenn es um gesellschaftliche, politische und speziell religiöse
Erwartungen ging. Er vertrat unmögliche Ansichten über Leute,
mit denen man am besten nichts zu tun hat: Pennern, Prostituierten und
Punks, ansteckend Kranken, Krüppeln und Kapitalisten. Alle, die ausgestossen
und untergebuttert wurden - dazu gehörten damals auch die Frauen und
Kinder - fanden in ihm einen Anwalt, erhielten ein tröstendes Wort
und ein wenig Zuneigung, die ihnen von anderen verweigert wurde. Jesus
war kein einsamer Held, auch wenn dies die spätere Verehrung so nahezulegen
scheint. Vielmehr lebte er mit Freunden und Freundinnen zusammen, zog mit
ihnen durchs Land und legte besonderen Wert auf diese Gemeinschaft, die
anders sein sollte als üblich. (...) Er erzählte den Menschen
Geschichten davon, worum es im Leben tatsächlich geht und warum die
Welt leider so ist, wie sie ist. Seine Vision von einem guten Leben für
alle, das nicht mehr bestimmt wird von Angst, Unterdrückung, Hass,
Machtstreben, Hunger, Ausbeutung, Leistungsdruck usw. fasste er zusammen
in dem Wort vom Reich Gottes, das er in vielerlei Bildern und Gleichnissen
umschrieb. Die konsequente Übereinstimmung zwischen dem, was er sagt
und tut, begeistert seine Zuhörer und Beobachter immer wieder neu,
einzelne sogar so sehr, dass sie mit ihm gehen oder zumindest an ihrem
Platz ein neues Leben wagen, weil er ihnen Mut gemacht und eine hoffnungsvolle
Perspektive für die Zukunft gezeigt hat.
Der Gekreuzigte In meinen nächtlichen Gesprächen mit dem Herrgott habe ich
stets ein Bild vor mir: den gekreuzigten Jesus, der seine Arme weit ausbreitet,
um alle zu empfangen. Das ist die Aufgabe der Kirche, damit sie das Gebet
des Herrn verwirklichen kann: Alle sollen eins sein.
Der Herr schreibt manchmal nicht auf Bronze, sondern auf Staub. Wenn
die Schrift trotzdem bleibt, wird klar, dass das allein das Verdienst Gottes
ist. Ich bin der Staub.
hotel jesus leer der eisschrank im hotel jesus keine fische kein brot auch
kurt marti
last update: 08.03.2003
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